Das Bienengift ist eine, von der Giftdrüse der Bienen produzierte wässrige Flüssigkeit, von scharfem bitteren Geschmack und eigenartigem, aromatischen Geruch.
Beim Stich einer Biene wird das Gift unter die Haut injiziert. Es kommt zu einer lokalen Entzündung die mit einer mehr oder weniger starken Schwellung einhergeht.
Mit erprobten Hausmitteln wie das Auftragen von Salmiakgeist, Zwiebel-, Kartoffel-, oder Apfelschnitzel kann eine symptomatische Wirkung erzielt werden, die durch Kühlung und Kompression etwas Linderung verschafft. Wenn der Stachelapparat entfernt worden ist schießt sich der Stichkanal relativ schnell und die geschilderten Erscheinungen beginnen nach etwa 24 Std. zurückzugehen. Es sind genügend Fälle bekannt, bei denen ein einzelner Mensch Dutzende von Stichen ertragen und überlebt hat.
Im Gegensatz dazu gibt es aber Menschen bei denen ein einziger Stich zu einer anaphylaktischen Reaktion (Schock) mit u. U. tödlichem Ausgang führen kann. Andererseits weiß man, dass Imker, denen man eine gewisse Immunität gegen Bienengift zuschreibt, Antikörper gegen bestimmt Stoffe des Bienengiftes bilden, und nach längerer Beschäftigung mit Bienen, schwächer oder überhaupt nicht mehr auf Bienenstiche reagieren.
Trotz seiner unangenehmen Seite fand Bienengift schon seit altersher therapeutische Anwendung, hat aber auch einen festen Platz in der wissenschaftlich begründeten, modernen Medizin. Bienengift wurde schon im alten Ägypten als Arzneimittel verwendet und blieb auch später Bestandteil der Volksmedizin. Man machte sich die Erfahrungen der Imker zunutze, die offensichtlich nicht so leicht an rheumatischen Leiden erkranken, bzw. eine schmerzlindernde Wirkung verzeichnen können. Bienengift wird heute in Salben und Flüssigkeiten zum Einreiben, und teilweise zum Einspritzen, bei rheumatischen Muskel-, Nerven-, und Gelenkerkrankungen, sowie bei Kälteschäden angewandt.
Die Gewinnung von Bienengift für Heilzwecke erfolgt heute in großem Umfang. Man lässt Bienen, durch mechanischen Druck auf den Hinterleib, in eine geeignete Unterlage stechen, oder zwingt sie durch elektrische Reizung zur Abgabe des Giftes.
Interessante Termine
19. Jun. 2012 Di. Arten- und blütenreiche Landschaften für Honigbiene & Co. Rheinstetten, Landwirtschafliches Technologiezentrum Augustenberg Mehr ...