Bienenhaltung, eine besonders sinnvolle Freizeitbeschäftigung
Imkerinnen und Imker finden in ihrer Arbeit mit dem "Bien" einen Ausgleich für die Hektik in der Arbeitswelt, den Gegenpol zur Reizüberflutung unserer Zeit: Ruhe, Entspannung, Muße und die Freude am Werk der Bienen, die nichts verbrauchen, was andere benötigen, nichts hinterlassen, was andere beeinträchtigt.
Imker und Bienen leisten einen großen Beitrag für einen ausgewogenen Naturkreislauf und damit zum Erhalt der Artenvielfalt von Flora und Fauna. Ihre Bestäubungsarbeit übersteigt um ein Vielfaches den Wert des Honigertrags.
Die Honigbiene ist im Zuge der modernen Landbewirtschaftung zur wichtigsten Tierart für die Bestäubung der Mehrzahl unserer heimischen Blütenpflanzen - sowohl der Wild- wie der Nutzpflanzen - geworden, zusammen 2.000 bis 3.000 Pflanzenarten. Wer denkt schon beim Biss in einen Apfel daran, dass dieser ohne die Leistung der Bienen gar nicht erst entstanden wäre? Bei ihrer Suche nach Nektar und Pollen vagabundiert die Biene nicht - wie viele andere Insektenarten - zwischen den Blüten verschiedener Pflanzen umher. Hat sie eine Pflanzenart als gute Nektar- oder PoIlenquelle ausfindig gemacht, so bleibt sie dieser Art treu. "Blütenstet" nennt das der Imker. Damit gewährleistet die Biene das Übertragen des richtigen Pollens auf die zugehörigen artgleichen Pflanzen. Die meisten Obstarten bilden mit Hilfe des Bestäubungsdienstes der Bienen einen besseren Fruchtansatz aus. Damit nichts dem Zufall überlassen bleibt, werden die Bienenvölker vom Imker gezielt in die Obstkulturen gebracht.
Wenn Bienen von Blüte zu Blüte fliegen, sammeln sie nicht nur Nektar zur Honigerzeugung. Ganz nebenbei sorgen sie für die Vermehrung der Blütenpflanzen. Damit stellen sie ein wichtiges Kettenglied in zahlreichen natürlichen Lebensgemeinschaften (Biozönosen) dar: Die Bestäubungsleistung der Honigbiene sorgt tür reichhaltigen Fruchtansatz bei vielen Wild- und Nutzpflanzen (z.B. Vogelkirsche, Ahorn, Himbeere etc.) und sichert damit anderen Lebewesen (Vögeln, Kleinsäugern, Wild u.a.) eine Nahrungsgrundlage. Durch Fraß der Früchte und Ausscheiden der Samen tragen diese Tiere zur Vermehrung der Pflanzen bei. Damit wiederum wird späteren Bienengenerationen und anderen Insekten Nahrung geboten.
Keine Insektenart ist bei der Nahrungssuche so erfolgreich wie die Honigbiene: Auf annähernd 50 qkm erstreckt sich das Sammelgebiet eines einzelnen Bienenvolkes. An guten Tagen können die Sammlerinnen eines Volkes mehrere Kilogramm Blütennektar einfliegen. Die hohe Bestäubungsleistung der Honigbiene hat verschiedene Ursachen:
· ihre enorme hohe Fähigkeit zur Anpassung an die jeweilige Umwelt · ihren Sozialstatus (Volksstärke, Arbeitsteilung, Vorratshaltung, leistungsfähiger Sammelapparat, hohe Sinnesleistung - Orientierung, Gedächtnisleistung, Wahrnehmung von Farben, Düften und Blütenformen; Verständigungsmöglichkeit Tanzsprache) · Blüten- und Ortsstetigkeit Pflanzengruppen, die auf die Bestäubung durch Insekten - vor allem durch Bienen -angewiesen sind. · Obst- und Beerengehölze · Ölfrüchte (Raps, Rübsen, Sonnenblumen) · Futterleguminosen und Gemüsearten zur · Saatgutgewinnung · Eberesche, Schlehe, Faulbaum, Vogelkirsche, · Weißdorn, Waldbeere, Preiselbeere, · Himbeere, Brombeere, Johannisbeere, · Stachelbeere
Weitere Informationen über Bienen finden Sie auch auf der Homepage des Landesverbandes Württemberg.
Interessante Termine
19. Jun. 2012 Di. Arten- und blütenreiche Landschaften für Honigbiene & Co. Rheinstetten, Landwirtschafliches Technologiezentrum Augustenberg Mehr ...