Die Carnica, die Buckfast oder gar die Dunkle, (Mellifera Mellifera) um diese drei Rassen der Honigbienen geht es landläufig, wenn diese Frage im Raum steht. An dieser Frage scheiden sich die Geister. Um diese Frage entstanden schon die heftigsten Kontroversen, an ihr sind schon Freundschaften zerbrochen und Monumente der Intoleranz errichtet worden. Aber abschließend beantwortet werden konnte diese Frage weder in der Vergangenheit, noch wird das hier und heute möglich sein. Sicher aber ist, dass nach den Gesetzen der Natur, diejenige Biene die Beste ist, die am besten an ihre Lebensbedingungen und an ihre Umwelt angepasst ist.
Zu den Fakten: Die meisten Imker sind profitorientierte Leute und der Honigkübelindex zählt mehr als der Cubitalindex. Deshalb stets die Suche nach einer noch besseren, noch ertragreicheren Biene und weil jeder die Biene halten darf die er möchte, wird meist die Biene vorgezogen, die gerade im Trend liegt bzw. eine bessere Ernte verspricht.
Als Ergebnis, wurde von den Carnicazüchtern im deutschsprachigen Raum, die Mellifera, die hier ursprünglich beheimatete dunkle Biene, nahe zu ausgerottet und heute geht es wiederum der Carnica „an den Kragen“ die immer mehr von der Buckfastbiene verdrängt und verändert wird.
Einige Imker fühlen sich berufen die so gut wie ausgestorbene Mellifera als Nutztierrasse zu retten, ihren Genpool zu erhalten, um sie aus ihren letzten ökologischen Nischen herauszuholen und durch Wiedereinbürgerung an ihren Ursprung zurückzuführen.
Fest steht dabei aber auch, dass nebeneinander, keine dieser Bienenrassen unter natürlichen Bedingungen überleben kann. Alle möglichen Kunstgriffe des Imkers sind nötig um durch Reinzucht den Erhalt einer Rasse oder Linie zu gewährleisten Deshalb gibt es Belegstellen auf Inseln, im Hochgebirge und immer mehr, die künstliche Besamung.
Ob dies langfristig der richtige Weg für eine gesunde, „artgerechte“ und erfolgreiche Bienenzucht ist, sollte hinterfragt werden dürfen.
Ist Basiszucht eine Alternative? Um die „Züchterkoryphäe“ Wolfgang Golz gibt es einen immer größer werdenden Kreis von Imkern welche die so genannte „Basiszucht“ propagieren.
In Ihren Statuten heißt es u. a.
Vor rund 150 Jahren begann in Deutschland für die Zeidler- oder Heidjerbiene und für die dunkle Biene im allgeneinen, eine verhängnisvolle Entwicklung. Nämlich die vehemente Verdrängungszucht durch die Einfuhr ertragreicherer Bienen wie die Lingustica und später die Carnica. Die Folgen sind Zunahme von Krankheiten, Parasiten, mehr Arbeit und höhere Kosten. Das Bestreben "viele Bienen viel Honig" ist heute nicht mehr Ziel führend und muss als Irrtum der Vergangenheit akzeptiert werden. Wir sollten uns wieder um eine bodenständige Biene bemühen Die Natur muss ihr Recht zurückerhalten, den Bienenbestand wieder den Klimaverhältnissen anzupassen. Wehren wir uns gemeinsam dagegen, dass sich die Gentechnik auch der Bienenzucht bemächtigt. Denn wo sich der Mensch über natürliche Schranken hinwegsetzt, beginnt die Gefahr der Zerstörung. Die natürliche Lebenskraft des Bienenvolkes in einer stabilen Umwelt sichert deren Überleben und erfüllt gleichzeitig die Erwartungen von uns Imkern und Imkerinnen. Unser Appell lautet: "Zurück zur Einfachheit"
Frei nach der alten Lebensweisheit:
"Lasset uns am Alten, so es gut Ist, halten! Doch auf altem Grund, Neues wirken jede Stund“.
Kernaussagen zur Basiszucht: Die Basiszucht sieht ihre Aufgabe in der Lehre und Umsetzung einfacher Auslese- und Vermehrungspraktiken. Die Basiszucht befasst sich mit der vor Ort vorhandenen oder eingeführten Biene. Sie berücksichtigt die Tatsache, dass die Masse unserer Bienenvölker mischrassig ist und eine erfolgreiche Selektion ihren Ursprung auch in einer mischrassigen oder gekreuzten Königin haben kann. Die Basiszucht arbeitet mit der Standbegattung. Sie basiert auf der konsequenten Weiterführung einer als vorteilhaft erkannten Mutterlinie. Die Basiszucht nutzt den vitalisierenden Einfluss der Drohnen bei freizügiger Standbegattung. Die Basiszucht dient der Bildung zuverlässiger Lokalformen. Die Welterführung einer Mutterlinie vor Ort führt zu einer ausgewogenen Beziehung zwischen Umwelt und Bienenpopulation. Die Basiszucht erfüllt damit ökologische Voraussetzungen. Die Basiszucht selektiert Eigenschaften. Sie sieht die Reinerhaltung einer ursprünglichen Rasse nicht als vordringlich an. Die Basiszucht Überlässt das Erstrecht der Auslese der Natur. Sie vermeidet, die Varroabekämpfung ausgenommen, alle Stützmaßnahmen. Die Basiszucht berücksichtigt darüber hinaus als wesentliche Selektionspunkte Honigertrag, Sanftmut, Schwarmträgheit und Putztrieb. Basiszucht ist die Selektion der Honigbiene auf breiter genetischer Basis. Der Basiszüchter selektiert seine Bienenvölker unter fortgesetzter Standbegattung der Königinnen. Er benutzt keine Belegstelle und nicht die künstliche Besamung Dadurch wird die regionale Anpassung der davon beeinflussten Bienenvölker erreicht. Die Selektion beinhaltet die Vermehrung guter Völker und Ausscheidung der untauglichen und weniger geeigneten. Auslese und Vermehrung bilden durch den Gebrauch einfacher Zuchtpraktiken stets einen Einheit. Basiszucht geschieht ohne Berücksichtigung der Außenmerkmale.
Die Union der Basiszüchter bemüht sich um die Lehre und Verbreitung einfacher Zuchtpraktiken, die jeder Imker nachvollziehen kann.
Die Basiszucht bemüht sich um freundschaftlichen Kontakt zu anderen Zuchtbestrebungen. Sie erfährt durch Nachbarstände anderer Zuchtrichtungen keinen Schaden Sie ist in der Lage, positiven wie negativen Einflüssen eigener wie fremder Herkunft zu begegnen. Die Basiszucht beteiligt sich nicht am kommerziellen Königinnenvertrieb. Sie lehnt die starke Vermehrung einzelner Königinnen ab. Die Basiszucht leistet den wertvollen Beitrag der Erhaltung ungeschmälerter Genpotenliale. Sie unterliegt keinen Inzuchteffekten.
Die Basiszucht ermuntert die Imker zur Bildung örtlicher, vereinsbezogener Züchtergruppen. Diese sorgen für Vergleichsmöglichkeiten sowie Abgabe und Tausch von Zuchtstoff, z.B. Eiwabenstücke. Wolfgang Golz hat zu diesem Thema eine leicht verständliche Broschüre mit dem Titel "Der Standzüchter - Die ökologische Zuchtauslese der Biene" verfasst, die von ihm bezogen werden kann.
Die Basiszucht, ein Zuchtgedanke der in unseren Gefilden relativ wenig Beachtung findet, der aber zumindest eine Erwähnung wert sein sollte. Es gibt wohl kaum tolerantere Bienenzüchter. Allerdings könnte die Ablehnung der starken Vermehrung von einzelnen Bienenköniginnen, bei den kommerziellen Königinnenzüchtern wiederum zu wenig Gegenliebe führen.
Interessante Termine
19. Jun. 2012 Di. Arten- und blütenreiche Landschaften für Honigbiene & Co. Rheinstetten, Landwirtschafliches Technologiezentrum Augustenberg Mehr ...